Curdin 21.12.2010 | Views: 1233 |

Das Wochenende in La Clusaz wird mir sicher
für immer in Erinnerung bleiben: Am Samstag der tolle siebte Rang und am
Sonntag der erste Weltcupsieg mit der Staffel. Ich bin überglücklich, einfach
sensationell!
Am Freitag bei der Wettkampfvorbereitung
hatte ich während den ersten fünf Minuten im Intervalltraining noch etwas Mühe
mit dem Atmen, danach ging es mir aber sehr gut. Um nichts zu riskieren, hoffte
ich, dass die ersten beiden Runden im Wettkampf über 30 km Skating nicht zu
schnell gelaufen werden, damit keine Atemprobleme auftreten. Tatsächlich waren dann die ersten Runden
nicht so schnell und ich fühlte mich von Runde zu Runde besser. Gegen Schluss
konnte ich nicht mehr mit der absoluten Spitze mithalten, doch auf der
Zielgeraden konnte ich noch drei Konkurrenten übersprinten. Daraus resultierte
ein toller siebter Rang, mitten in der Weltspitze!
Für die Staffel am Sonntag haben wir uns
viel vorgenommen. Gallivare hat uns gezeigt, dass wir ganz vorne mitlaufen
können. Von der Einlaufstrecke konnte ich die Einsätze meiner Kollegen gut
beobachten. Toni machte ein super Rennen und traf mit nur 11 Sekunden Rückstand
ein, da dachte ich mir: „da könnte heute
was möglich sein.“ Als Dario mit Legkov die Spitze übernahm, sah ich wie der
Vorsprung auf die Verfolger stetig grösser wurde. Als Remo zusammen mit Sedov
auf die Strecke ging, musste auch ich meine letzten Vorbereitungen treffen und
mich in die Wechselzone begeben. Ich traute meinen Augen nicht, als ich Remo
mit Vorsprung auf mich zulaufen sah. In den letzten Aufstiegen hatte er den
Russen sogar noch distanziert!
Mit einer kleinen Nervosität im Bauch machte ich
mich auf die erste Runde. Eigentlich war ich mir sicher, dass Vylegzhanin, der
Sieger vom Samstag, schnell zu mir aufschliessen würde – ich bin ja eigentlich
ein „Schulbube“ im Vergleich mit seinen Top-Resultaten. Als ich die ersten
Zwischenzeiten erhielt, fiel Vylegzhanin aber immer weiter zurück. Ich lief
weiter mein Tempo und wurde von Runde zu Runde sicherer, dass er nicht
aufschliessen wird. Als mir in der letzten Runde 30 Sekunden Vorsprung gemeldet
wurde, wusste ich es: Wenn ich voll durchziehe, werden wir GEWINNEN! Von nun an
wollte ich nur noch ins Ziel, um meine Teamkollegen zu umarmen. Den letzten
Kilometer habe ich richtig genossen. Mit der Schweizer Fahne als Sieger ins
Ziel zu laufen war ein Bubentraum, der in Erfüllung gegangen ist!

Auch wenn wir es noch gar nicht richtig
realisieren konnten, waren die Emotionen unbeschreiblich: Der Empfang meiner
Kollegen im Ziel, Siegerehrung… Heute hat einfach alles gestimmt. Alle Athleten
hatten einen super Tag, das Material war fantastisch – VIELEN DANK AN DAS
SERVICE TEAM – das Rennen lief optimal!
Auch wenn nicht viel Zeit zum Feiern war, liessen wir es uns nicht
nehmen, zwei Flaschen Champagner zu öffnen und mit dem ganzen Team auf die
super Leistung eines jeden einzelnen anzustossen.
Dass sich unsere Spontanaktion auf der
Anreise nun besonders gelohnt hat, war das „Tüpfchen auf dem i“. Wir haben der
Aktion „Jeder Rappen zählt“ das Preisgeld von der Staffel gespendet. Nun fällt
der Check etwas höher aus, als erwartet .
Ich möchte allen danken die mich auf meinem
Weg an die Weltspitze unterstützen, ich werde weiter Vollgas geben!
Videos auf sf.tv: Zieleinlauf und Interview Curdin Perl |
«Er isch nie cho…»